Einsatz 77/2019: Gasgeruch

Samstag, der 21.09.2019, gegen 12:00 Uhr: Auf der Rückfahrt vom Einsatz an der Rehaklinik wurde unser Löschgruppenfahrzeug in der Marienstraße durch Passanten angehalten.
Diese schilderten dem Fahrzeugführer, dass sie einen strengen Gasgeruch aus einem Wohngebäude wahrnehmen würden.
Eine erste Erkundung vor dem Gebäude ergab einen wahrnehmbaren Krafstoffgeruch, umgehend wurde die Leitstelle in Saarbrücken diesbezüglich informiert.
Weitere, sich auf der Rückfahrt befindende Einsatzkräfte,erreichten die Einsatzstelle in der Marienstraße.
Diese musste für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt werden, die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesichert. Passanten mussten die Umgebung aufgrund einer erhöhten Explosionsgefahr verlassen. 
Die Einsatzkräfte bauten vor dem Gebäude, um den Brandschutz zu sichern, einen Löschangriff auf.

Durch den Einsatzleiter und Wehrführer, Christian Peter, wurde die Polizei in Kenntnis gesetzt, welche sich umgehend auf den Weg zur Einsatzstelle machte.
Nach Ankunft des ersten Polizeikommandos konnte ein Zugang zu den Kellerräumen und dem Wohnhaus geschaffen werden. Eine Hausbewohnerin musste aus ihrer Wohnung geführt werden und wurde anschließend durch die Polizei befragt.
Im Kellerraum stießen die Einsatzkräfte auf zahlreiche Krafstoffgebinde. 
Eine erste Messung mittels eines Mehrgasmessgerät durch einen Trupp unter schwerem Atemschutz verlief ohne Messerfolg, die Ausdünstungen des Kraftstoffs konnten nicht gemessen werden. 
Um eine Funkenbildung zu verhindern, musste durch den Energieversorger der Häuserblock vom Stromnetz getrennt werden. 
Angrenzende Wohn- und Geschäftshäuser mussten durch Kräfte der Polizei und Feuerwehr evakuiert werden. Eine Warndurchsage über einen Fahrzeuglautsprecher informierte die Anwohner im Gefahrenbereich.
In Rücksprache mit der Polizei entschied sich der Einsatzleiter für eine Alarmierung des GW- Messleit der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, um weitere Messtechnik an der Einsatzstelle zur Verfügung stehen zu haben.
Nach einer kurzen Einweisung in die Messtechnik gingen 2 Trupps unter schwerem Atemschutz zu weiteren Messungen in das Gebäude vor. Hier konnte eine deutlich erhöhte Konzentration an Benzol gemessen werden, welche über der unteren Explosionsgrenze lag.
Die Krafstoffgebinde mussten aus dem Gebäude geborgen werden, anschließend wurden die Kellerräume über einen Drucklüfter belüftet.
Neben dem Fachberater der Berufsfeuerwehr Saarbrücken befand sich ein Fachberater des Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz an der Einsatzstelle. 
Nach der Bergung der Gebinde ergaben weitere Messungen keine erhöhte Benzolkonzentration, eine Explosionsgefahr konnte ausgeschlossen werden.
Durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes konnte das Wohnhaus freigegeben werden, es bestehen keine Risiken für die Anwohner.
Die, durch die Polizei beschlagnahmten Gebinde, wurden durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes, unter Begleitung der Feuerwehr von der Einsatzstelle abtransportiert und sicher eingelagert.
Die Einsatzstelle konnte abschließend an die Polizei übergeben werden.

Im Einsatz waren:
-Wehrführung Feuerwehr Quierschied
-Löschbezirk Quierschied
-Löschbezirk Fischbach 
-Brandinspekteur Regionalverband Saarbrücken
-B-Dienst Berufsfeuerwehr Saarbrücken 
-GW- Messleit Berufsfeuerwehr Saarbrücken 
-DRK Regelrettungsdienst 
-DRK Ortsverein Quierschied 
-mehrere Kommandos der Polizei
-zwei Kommandos der Operativen Einheit der Polizei
-Fachberater Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz
-Energieversorger
-Baubetriebshof Gemeinde Quierschied
-Notfallseelsorger der PSNV Saarland

Ein herzlicher Dank geht an den Kindergarten St. Marien Quierschied, welcher die Einsatzkräfte mit einer großzügigen Kuchenspende unterstützte.

Einsatzbericht 76 und 78: „ausgelöste Brandmeldeanlage“ folgen.