Pressemitteilung zum Lagerhallenbrand in Friedrichsthal am 22.04.2018

Hier ist der offizielle Pressebericht des Fachbereichs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken zum Einsatz gestern Nacht in Friedrichsthal.

Sonntagmorgen 02:37 Uhr. Alarm für die beiden Löschbezirke Friedrichsthal und Bildstock mit dem Alarmstichwort “ Brand 2. Alarm am Franzschacht“. Binnen kürzester Zeit rücken alle verfügbaren Kräfte aus und erfahren von der Haupteinsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, dass es sich um einen Hallenbrand in einer ehemaligen Schreinerei handelt. Bereits auf der Anfahrt, stellt der stellvertretende Wehrführer und Einsatzleiter Christian Noll eine starke Rauchentwicklung fest. Bestätigt wird der Brand dann unmittelbar nach Ankunft an der Einsatzstelle

Dort stehen bereits Teile der etwa 15 mal 42 Meter großen Halle teils mit angebauten Holzunterständen in Vollbrand, worauf eine sofortige Nachalarmierung der Nachbarwehr Sulzbach mit dem Löschbezirk Mitte erfolgt. Eine Erkundung rund um das Firmengelände ergibt, dass es sich um eine ehemalige Schreinerei handelt, in der sich jetzt eine Dachdeckerfirma befindet. An die Halle angebaut ist ein Wohnhaus, in dem sich aber keine Personen mehr befinden. Wie sich später im Rahmen von Erkundungsmaßnahmen herausstellt ist das Haus durch eine Brandschutzwand von der Halle getrennt

Dennoch bleibt es nicht aus, dass Rauch in das Haus hineinzieht und das Gebäude derzeit nicht mehr bewohnbar ist.

Mehrere Trupps unter PA werden zum Löschangriff eingesetzt, auch kommt die Drehleiter mittels Wenderohr zum Einsatz. Wegen der massiven Brandeinwirkung auf die in der Halle befindlichen Materialien, sowie abgestellte Kleintransporter und Autos kommt es kurz nach den ersten Maßnahmen zur Durchzündung des Hallenkomplexes. Immer weiter schlagen die Flammen in Richtung des Wohnhauses, neben dem mittlerweile die Drehleiter aus Sulzbach in Stellung gebracht wurde, ebenfalls mittels Wenderohreinsatz. Auch ein TLF mit Wasserwerfer wird hier eingesetzt., was dazu führt, dass ein Übergreifen der Flammen auf das Hausdach verhindert werden kann. Weiterhin verhindert werden kann ein Übergriff des Feuers auf zwei unmittelbar an der Halle abgestellte Wohnmobile, in dessen Umfeld immer wieder Flammen durch die Fenster schlagen. Gebildet werden zwei Löschabschnitte, zum einen im rückwärtigen Bereich der Halle, zum anderen im Eingangsbereich der Firma. Zwar können einige Gasflaschen aus der Halle genommen werden, jedoch kommt es immer wieder zum Knall aus der Halle. Nachdem im Eingangsbereich zur Halle erste Flammen niedergeschlagen sind, müssen an zwei Stellen auf Grund der gelagerten Materialien auch Schaumrohre eingesetzt werden. Insgesamt 300l Schaumbildner werden verbraucht. Dennoch kommt es hier später immer wieder zum Aufflammen kleinerer Brände, auch in unmittelbarer Nähe des Hausdaches. Hier im Löschabschnitt zwei entscheidet man sich zwecks Kontrolle einige Dachziegeln zu entfernen, wonach ein C-Rohr zum Ablöschen eingesetzt werden muss.

Da sich über der Halle Stromleitungen befinden, wird der Energieversorger in Kenntnis gesetzt, um den Strom abzuschalten, was unmittelbar in der Nachbarschaft für ca. drei Stunden zu einer Stromabschaltung führt, bevor der Dachständer abgelegt werden kann.

Der Brand führt zu einer massiven Rauchentwicklung rund um die Halle, die mitten in einem Wohngebiet liegt, weshalb Anwohner aufgefordert wurden Fenster und Türen zu schließen bzw. Lüftungsanlagen abzuschalten. Eine unmittelbar neben der Halle wohnende Frau, bekam wohl von dem Einsatz nichts mit, so dass Rauch in deren Wohnung zog. Die Frau wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, konnte aber dieses wieder verlassen und die Wohnung nach Belüftungsmaßnahmen der Feuerwehr wieder betreten.

Auch ein Feuerwehrmann (53) aus Friedrichsthal erleidet eine Rauchgasvergiftung und befindet sich derzeit noch in der Klinik.

Vor Ort ist auch Brandinspekteur Tony Bender. Dieser lässt in Absprache mit dem Einsatzleiter weitere Kräfte zur Einsatzstelle alarmieren. Darunter der Löschbezirk Alt-Saarbrücken mit dem Einsatzleitwagen, um vor Ort die Koordination zu übernehmen. Weiterhin wird der Löschbezirk Elversberg und die Feuerwehr Quierschied alarmiert, um frische Atemschutzgeräteträger zur Einsatzstelle zu bekommen.

Hierfür wird ein eigener Einsatzabschnitt Bereitstellungsraum gebildet.

Für Folgeeinsätze sind weiterhin die Löschbezirke Altenwald und Neuweiler der FF Sulzbach bis ca. 06:45 Uhr in Bereitschaft.

Wegen der großen Anzahl an benötigten Atemschutzgeräten kommt auch der Abrollbehälter Atemschutz und der B-Dienst der Berufsfeuerwehr Saarbrücken vor Ort.

Ebenfalls alarmiert wird das THW Friedrichsthal für Abstützmaßnahmen, da die Hallenwand im Bereich der Moltkestraße einsturzgefährdet ist. Ergänzt wird das THW Friedrichstahl durch das THW Spiesen-Elversberg mit einem Radlader und Bagger um Brandgut zum Ablöschen aus der Halle herauszuholen.

Um sich eine bessere Lage der gesamten Einsatzstelle zu verschaffen und wegen der späteren Einsatznachbesprechung, kommt auch eine Drohne zum Einsatz. Diese kommt zusammen mit dem Einsatzleitwagen der Feuerwehr Völklingen zum Einsatz und wird vom ELW-Team im gesamten Regionalverband eingesetzt. Vor Ort sind auch das DRK und der Rettungsdienst. Während sich das DRK um die Verpflegung kümmert, steht zunächst der Regel-Rettungsdienst für Notfälle bereit, der später ebenfalls durch Kräfte des DRK abgelöst wird.

Im Einsatz waren 100 Kräfte der Feuerwehr mit 20 Fahrzeugen, das THW, Rettungsdienst und DRK, sowie die Polizeiinspektion Sulzbach. Vom Ausmaß des Brandes machten sich auch Bürgermeister Rolf Schultheis und Landesbrandinspekteur Timo Meyer ein Bild vor Ort. Der Einsatz dauert zur Zeit noch an. Die Brandursachenermittler der Polizei sind ebenfalls vor Ort.

Text- und Bilderquelle: http://ffwrvsb.de/grossbrand-mitten-im-wohngebiet-von-friedrichsthal-ein-feuerwehrmann-im-krankenhaus/